Nachschlagewerk

Einrichtungs-Glossar

60 Begriffe aus Inneneinrichtung, Möbelkunde und Raumgestaltung – kurz und verständlich erklärt.

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60-30-10-Regel
Die 60-30-10-Regel ist eine Gestaltungsformel, nach der ein Raum zu 60 Prozent aus einer Hauptfarbe, zu 30 Prozent aus einer Sekundärfarbe und zu 10 Prozent aus einer Akzentfarbe besteht. Die Hauptfarbe prägt Wände und große Flächen, die Sekundärfarbe Möbel und Textilien, der Akzent setzt gezielte Blickpunkte. Die Regel sorgt für ausgewogene, harmonische Farbkonzepte ohne Überladung.

A

Akzentfarbe
Eine Akzentfarbe ist eine bewusst sparsam eingesetzte, auffällige Farbe, die in einem ansonsten zurückhaltenden Farbkonzept gezielte Blickpunkte setzt. Sie erscheint typischerweise auf Kissen, Vasen, Bildern oder einer einzelnen Wand und macht etwa zehn Prozent der Raumgestaltung aus. Akzentfarben verleihen neutralen Einrichtungen Tiefe und Charakter, ohne das Gesamtbild zu dominieren.

B

Beistelltisch
Ein Beistelltisch ist ein kleiner, leichter Tisch, der flexibel neben Sofa, Sessel oder Bett platziert wird und als Ablage für Getränke, Bücher oder Dekoration dient. Er ist meist zwischen 40 und 60 Zentimeter hoch und lässt sich bei Bedarf leicht umstellen. Beliebte Varianten sind runde Tabletttische, Satztische und skulpturale Modelle aus Metall, Holz oder Marmor.
Biophilic Design
Biophilic Design ist ein Gestaltungsansatz, der die natürliche Verbindung des Menschen zur Natur in Innenräume überträgt, um Wohlbefinden und Konzentration zu fördern. Typische Elemente sind viele Pflanzen, Tageslicht, natürliche Materialien wie Holz und Stein sowie organische Formen und Grüntöne. Der Ansatz stammt aus der Architekturforschung und prägt zunehmend Wohnungen, Büros und Hotels.
Boho
Boho ist ein vom Bohème-Lebensstil inspirierter Einrichtungsstil, der Muster, Texturen und Fundstücke aus verschiedenen Kulturen unbekümmert kombiniert. Charakteristisch sind Erdtöne mit bunten Akzenten, Naturmaterialien wie Rattan, Jute und Makramee, viele Pflanzen sowie Kissen und Teppiche im Lagenlook. Der Stil wirkt lässig und persönlich und lebt vom bewussten Bruch mit strengen Gestaltungsregeln.
Bouclé
Bouclé ist ein Textilgewebe aus Schlingengarn, dessen noppige, dreidimensionale Oberfläche an Lammfell erinnert. Der Stoff ist meist wollweiß oder cremefarben, robust und angenehm weich, weshalb er häufig für Sessel, Sofas und Hocker verwendet wird. Seit den 2020er-Jahren gilt Bouclé als prägendes Material moderner, weich gerundeter Polstermöbel im Skandi- und Japandi-Umfeld.
Boxspringbett
Ein Boxspringbett ist ein mehrschichtiges Bettsystem aus einem gefederten Unterkasten (Boxspring), einer darauf liegenden Matratze und meist einem abschließenden Topper. Statt eines Lattenrosts federt die Box selbst, was eine hohe Liegeposition und komfortables Einsteigen ermöglicht. Boxspringbetten stammen aus dem amerikanischen und skandinavischen Raum und wirken durch ihre Höhe wohnlich und hotelartig.

C

Cocooning
Cocooning bezeichnet den Wohntrend, das Zuhause als schützenden Rückzugsort zu gestalten und bewusst Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Einrichtungsseitig äußert sich das in weichen Textilien, warmem Licht, gedeckten Farben und gemütlichen Sitzlandschaften. Der Begriff stammt aus der Trendforschung der 1980er-Jahre und gewann durch Homeoffice und Krisenzeiten neue Bedeutung.
Cottagecore
Cottagecore ist ein romantisch-ländlicher Einrichtungsstil, der das idealisierte Leben in einem englischen Landhaus in Innenräume übersetzt. Typisch sind Blümchenmuster, Vintage-Möbel, Spitzendecken, getrocknete Blumen, warme Cremetöne und viel Holz. Der Stil wurde in den 2020er-Jahren über soziale Medien populär und steht für Entschleunigung, Nostalgie und handgemachte Details.

D

Daybed
Ein Daybed ist ein flaches Liegemöbel zwischen Sofa und Bett, das tagsüber als Sitz- und Ruhefläche dient und Gäste bei Bedarf über Nacht beherbergt. Es hat meist eine niedrige Rücken- oder Seitenlehne und eine Liegefläche von etwa 80 bis 100 Zentimeter Breite. Daybeds eignen sich besonders für Gästezimmer, Arbeitszimmer und kleine Wohnungen.

E

Erdtöne
Erdtöne sind warme, natürliche Farben, die an Boden, Sand, Ton und Gestein erinnern, darunter Beige, Braun, Terrakotta, Ocker, Rost und Camel. Sie wirken beruhigend und zeitlos und lassen sich untereinander sowie mit Grün- und Cremetönen leicht kombinieren. In der Einrichtung bilden Erdtöne die Basis vieler naturnaher Stile wie Boho, Japandi und Mediterran.

F

Feng Shui
Feng Shui ist eine aus China stammende Harmonielehre, die Räume so gestaltet, dass die Lebensenergie Qi ungehindert fließen kann. Zentrale Prinzipien sind freie Wege, aufgeräumte Flächen, die bewusste Position von Bett und Schreibtisch sowie das Gleichgewicht der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. In der westlichen Einrichtung dient Feng Shui vor allem als Leitfaden für ruhige, wohltuende Raumaufteilungen.
Furnier
Furnier ist eine dünne Echtholzschicht von meist 0,3 bis 6 Millimetern, die auf Trägerplatten wie MDF oder Spanplatte geklebt wird. Möbel erhalten so die Optik und Haptik von Massivholz bei geringerem Gewicht, Preis und Materialverbrauch. Hochwertige Furniere aus Eiche, Nussbaum oder Esche sind von Massivholz optisch kaum zu unterscheiden und formstabiler als dieses.

G

Greige
Greige ist ein Farbton, der Grau und Beige mischt und dadurch neutraler wirkt als Beige, aber wärmer als Grau. Der Name kombiniert die englischen Wörter grey und beige. Greige gilt als vielseitige Basisfarbe für Wände und Möbel, weil es mit warmen wie kühlen Farben harmoniert und Räumen eine ruhige, elegante Grundstimmung gibt.
Grundriss
Ein Grundriss ist die maßstabsgetreue zeichnerische Draufsicht auf eine Wohnung oder ein Zimmer, die Wände, Türen, Fenster und Raumaufteilung zeigt. Er bildet die Grundlage für Möblierungsplanung, Umbauten und Immobilienanzeigen. Moderne Raumplaner-Apps erstellen Grundrisse automatisch per Smartphone-Kamera oder LiDAR-Scan und erlauben es, Möbel virtuell darin zu platzieren.

H

Highboard
Ein Highboard ist ein halbhohes Schrankmöbel zwischen Sideboard und Schrank, meist 100 bis 150 Zentimeter hoch, mit Türen, Schubladen und teils Vitrinenelementen. Es bietet mehr Stauraum als ein Sideboard, lässt aber im Gegensatz zum hohen Schrank noch Wandfläche für Bilder frei. Highboards stehen häufig im Ess- oder Wohnzimmer und dienen der Aufbewahrung von Geschirr und Wohnaccessoires.
Homestaging
Homestaging ist die professionelle Aufbereitung einer Immobilie vor dem Verkauf oder der Vermietung, um sie für Besichtigungen und Fotos möglichst attraktiv zu präsentieren. Dazu gehören Entrümpeln, neutrale Dekoration, gezielte Möblierung und optimierte Beleuchtung. Studien zufolge verkürzt Homestaging die Vermarktungsdauer und kann höhere Verkaufspreise erzielen; digital wird es zunehmend durch Virtual Staging ergänzt.
Hygge
Hygge ist ein dänisches Lebens- und Wohnkonzept, das Gemütlichkeit, Geborgenheit und das Genießen einfacher Momente in den Mittelpunkt stellt. In der Einrichtung zeigt sich Hygge durch Kerzen, warmes indirektes Licht, weiche Decken und Felle, helles Holz und gedeckte Naturfarben. Der Begriff wurde in den 2010er-Jahren international populär und prägt den skandinavischen Wohnstil bis heute.

I

Indirekte Beleuchtung
Indirekte Beleuchtung ist eine Lichtplanungstechnik, bei der Lichtquellen verdeckt angebracht werden und ihr Licht über Wände, Decken oder Möbel in den Raum reflektieren. Typische Umsetzungen sind LED-Bänder hinter Möbeln, Vouten an der Decke oder nach oben strahlende Leuchten. Das weiche, blendfreie Licht schafft Atmosphäre, lässt Räume größer wirken und ergänzt die direkte Grundbeleuchtung.
Industrial Style
Der Industrial Style ist ein Einrichtungsstil, der die raue Ästhetik alter Fabriken und Lofts in Wohnräume übersetzt. Kennzeichnend sind Sichtbeton, unverputzte Ziegelwände, schwarzer Stahl, dunkles Leder, gebrauchsspurige Holzoberflächen und offene Installationen. Die Farbpalette bleibt bei Grau-, Braun- und Schwarztönen; Möbel wirken robust und funktional. Der Stil entstand mit der Umnutzung ehemaliger Industriegebäude in New York und London.

J

Japandi
Japandi ist ein Einrichtungsstil, der japanischen Minimalismus mit skandinavischer Gemütlichkeit verbindet. Typisch sind klare Linien, niedrige Möbel, helles und dunkles Holz im Kontrast, Naturmaterialien wie Leinen und Papier sowie eine gedeckte Palette aus Beige, Greige, Schwarz und Erdtönen. Der Stil folgt dem Prinzip bewusster Reduktion: wenige, hochwertige Stücke statt vieler Dekorationsobjekte.
Jute
Jute ist eine grobe Naturfaser aus der gleichnamigen Pflanze, die zu Teppichen, Körben, Kissenbezügen und Wandbehängen verarbeitet wird. Das Material ist robust, biologisch abbaubar und günstig, hat eine warme braun-beige Farbe und eine sichtbar strukturierte Oberfläche. In der Einrichtung steht Jute für natürliche, nachhaltige Gestaltung und ist fester Bestandteil von Boho- und Landhaus-Interieurs.

K

KI-Raumplaner
Ein KI-Raumplaner ist eine Software oder App, die mithilfe künstlicher Intelligenz Wohnräume analysiert und automatisch neue Einrichtungsvorschläge erstellt. Nutzer fotografieren ihr Zimmer, wählen einen Stil, und die KI generiert innerhalb von Sekunden fotorealistische Gestaltungsvarianten mit passenden Möbeln und Farben. KI-Raumplaner ersetzen zunehmend manuelle 3D-Planungstools, weil sie ohne Vorkenntnisse nutzbar sind.
Kommode
Eine Kommode ist ein niedriges bis halbhohes Kastenmöbel mit mehreren übereinanderliegenden Schubladen zur Aufbewahrung von Kleidung, Wäsche oder Haushaltsgegenständen. Sie stammt aus dem französischen Möbelbau des 18. Jahrhunderts und findet heute in Schlafzimmer, Flur und Wohnzimmer Verwendung. Die Deckplatte dient häufig als Ablage- und Dekorationsfläche, etwa für Spiegel, Lampen oder Pflanzen.
Komplementärfarben
Komplementärfarben sind Farbpaare, die sich im Farbkreis direkt gegenüberliegen, etwa Blau und Orange, Rot und Grün oder Gelb und Violett. Nebeneinander eingesetzt verstärken sie sich gegenseitig und erzeugen maximalen Kontrast. In der Einrichtung werden Komplementärkontraste meist abgemildert verwendet, indem eine Farbe dominiert und die andere nur als Akzent in Kissen, Kunst oder Accessoires erscheint.
Konsolentisch
Ein Konsolentisch ist ein schmaler, wandständiger Tisch mit geringer Tiefe von meist 25 bis 40 Zentimetern, der als Ablage und Dekorationsfläche dient. Er steht typischerweise im Flur, hinter dem Sofa oder unter einem Spiegel und benötigt kaum Stellfläche. Konsolentische strukturieren Wandflächen, bieten Platz für Schlüssel, Lampen und Vasen und wirken durch ihre filigrane Form leicht.
Kork
Kork ist ein natürliches Material aus der Rinde der Korkeiche, das als Bodenbelag, Wandverkleidung, Pinnwand und zunehmend für Möbel und Accessoires verwendet wird. Es ist elastisch, wärmedämmend, schallschluckend und nachwachsend, da die Rinde ohne Fällung des Baums geerntet wird. Mit seiner warmen, honigbraunen Optik passt Kork zu naturnahen und nachhaltigen Einrichtungskonzepten.

L

Layering
Layering ist eine Einrichtungstechnik, bei der Textilien, Materialien und Lichtquellen in mehreren Schichten übereinandergelegt werden, um Tiefe und Behaglichkeit zu erzeugen. Klassische Beispiele sind Teppiche auf Teppichen, kombinierte Kissen und Decken in unterschiedlichen Stoffen sowie mehrere Lichtebenen aus Decken-, Steh- und Tischleuchten. Layering lässt Räume bewohnt und durchdacht statt steril wirken.
Leinen
Leinen ist ein Naturgewebe aus Flachsfasern, das durch seine leicht knittrige Struktur, Atmungsaktivität und kühle Haptik geschätzt wird. In der Einrichtung wird Leinen für Vorhänge, Bettwäsche, Tischdecken und Sofabezüge verwendet und wirkt gleichzeitig lässig und hochwertig. Der natürliche, matte Charakter macht es zum Schlüsselmaterial von Japandi-, Skandi- und mediterranen Interieurs.
LiDAR-Scan
Ein LiDAR-Scan ist eine Raumvermessung per Laserlicht, bei der ein Sensor Millionen von Distanzpunkten erfasst und daraus ein präzises 3D-Modell des Raums erstellt. Neuere iPhone-Pro- und iPad-Pro-Modelle haben LiDAR-Sensoren eingebaut, sodass sich Grundrisse in Minuten per App erstellen lassen. In der Einrichtungsplanung liefert der Scan exakte Maße für Möblierung und Renovierung.
Lowboard
Ein Lowboard ist ein niedriges, längliches Schrankmöbel von meist 30 bis 50 Zentimetern Höhe, das vor allem als TV-Möbel dient. Es bietet Stauraum für Medientechnik, Kabel und Zubehör und betont durch seine horizontale Form die Breite des Raums. Wandhängende Lowboards lassen den Boden frei und wirken dadurch besonders leicht und modern.

M

Massivholz
Massivholz bezeichnet Möbel und Bauteile, die durchgehend aus gewachsenem Holz einer Baumart gefertigt sind, ohne Trägerplatten oder Furnierschichten. Es ist langlebig, reparierbar und entwickelt mit der Zeit eine charaktervolle Patina; jedes Stück ist durch die Maserung ein Unikat. Gängige Arten sind Eiche, Buche, Kiefer und Nussbaum. Massivholz gilt als nachhaltige, wertbeständige Alternative zu MDF und Spanplatte.
Maximalismus
Maximalismus ist ein Einrichtungsstil, der als Gegenentwurf zum Minimalismus auf Fülle, kräftige Farben, gemusterte Tapeten und viele persönliche Objekte setzt. Kunstsammlungen, Bücherwände, Musterkombinationen und opulente Textilien werden bewusst geschichtet, folgen aber einer inneren Ordnung durch wiederkehrende Farben. Der Stil steht für Persönlichkeit und Sammelfreude statt Reduktion und erlebt seit den 2020er-Jahren ein Comeback.
MDF
MDF (mitteldichte Faserplatte) ist ein Holzwerkstoff aus fein zerfaserten, verpressten Holzresten, der eine homogene, glatte Oberfläche ohne Maserung besitzt. Das Material lässt sich präzise fräsen, lackieren und folieren und ist deutlich günstiger als Massivholz, jedoch feuchtigkeitsempfindlicher und schwerer. MDF ist das Standardmaterial für lackierte Möbelfronten, Wandpaneele und preisbewusste Möbelserien.
Mid-Century Modern
Mid-Century Modern ist ein Design- und Einrichtungsstil aus den 1940er- bis 1960er-Jahren, der organische Formen mit klarer Funktionalität verbindet. Typisch sind Möbel mit schräg gestellten, konischen Holzbeinen, Teakholz, geschwungene Sitzschalen und Akzentfarben wie Senfgelb, Petrol und Rostrot. Entwürfe von Designern wie Eames oder Jacobsen gelten als Klassiker und werden bis heute produziert.
Mikrozement
Mikrozement ist eine nur wenige Millimeter dünne, zementbasierte Beschichtung, die fugenlos auf Böden, Wände, Treppen und sogar Möbel aufgetragen wird. Die Oberfläche wirkt wie Sichtbeton, ist wasserfest versiegelbar und daher auch für Bäder und Küchen geeignet. Mikrozement steht für die moderne, puristische Ästhetik fugenloser Räume und ist eine leichtere Alternative zu echtem Beton.
Mocha Mousse
Mocha Mousse ist ein warmer, samtiger Braunton zwischen Milchkaffee und Kakao, den das Farbinstitut Pantone zur Farbe des Jahres 2025 erklärte. Der Ton wirkt behaglich und elegant zugleich und harmoniert mit Creme, Beige, Terrakotta und dunklem Holz. In der Einrichtung erscheint Mocha Mousse auf Wänden, Polstermöbeln und Textilien und markiert die Rückkehr brauner Farbwelten.
Monochrom
Monochrom bezeichnet ein Farbkonzept, das einen Raum in nur einer Farbe beziehungsweise deren Hell-Dunkel-Abstufungen gestaltet. Wände, Möbel und Textilien bleiben im selben Farbton, variieren aber in Helligkeit, Sättigung und Material. Monochrome Räume wirken ruhig, großzügig und gestalterisch konsequent; damit sie nicht eintönig erscheinen, sind unterschiedliche Texturen wie Samt, Holz und Wolle entscheidend.
Moodboard
Ein Moodboard ist eine Collage aus Bildern, Farbmustern, Materialproben und Schlagworten, die die geplante Stimmung und Stilrichtung eines Raums visualisiert. Es dient in der Einrichtungsplanung als Entscheidungsgrundlage, bevor Möbel gekauft oder Wände gestrichen werden. Moodboards entstehen analog auf Pappe oder digital mit Tools wie Pinterest, Canva oder KI-Raumplanern.

O

Ottomane
Eine Ottomane ist ein gepolstertes Liegemöbel ohne Rückenlehne mit meist einer erhöhten Arm- oder Kopflehne, das aus dem Orient nach Europa kam. Heute bezeichnet der Begriff auch das längere Liegeelement eines Ecksofas sowie große gepolsterte Hocker. Ottomanen dienen als zusätzliche Liegefläche, Fußablage oder skulpturales Einzelmöbel im Wohn- und Schlafzimmer.

P

Polsterbett
Ein Polsterbett ist ein Bett, dessen Rahmen und Kopfteil vollständig mit Schaumstoff gepolstert und mit Stoff oder Leder bezogen sind. Das gepolsterte Kopfteil dient als bequeme Rückenlehne beim Lesen und macht das Bett zum wohnlichen Mittelpunkt des Schlafzimmers. Im Unterschied zum Boxspringbett wird ein Polsterbett mit klassischem Lattenrost und Matratze ausgestattet.

Q

Quiet Luxury
Quiet Luxury ist ein Einrichtungsstil, der Luxus über erstklassige Materialien, perfekte Verarbeitung und zurückhaltende Eleganz statt über Logos und Opulenz ausdrückt. Typisch sind eine gedeckte Palette aus Creme, Greige und Braun, Naturstein, Massivholz, Kaschmir und maßgefertigte Einbauten. Der Stil folgt dem Prinzip, dass wahre Qualität keine Aufmerksamkeit fordert, und wurde in den 2020er-Jahren zum Gegentrend auffälliger Statussymbole.

R

Rattan
Rattan ist das flexible Stammmaterial der Rotangpalme, das zu Sitzmöbeln, Betten, Lampen und Körben geflochten wird. Es ist leicht, stabil und nachwachsend und bringt mit seiner warmen, naturbelassenen Optik sofort eine entspannte Atmosphäre in den Raum. Rattanmöbel prägen Boho-, Landhaus- und Urlaubs-Interieurs; für den Außenbereich wird meist wetterfestes Kunstgeflecht (Polyrattan) verwendet.
Raumteiler
Ein Raumteiler ist ein frei stehendes oder montiertes Element, das einen Raum optisch oder funktional in Zonen gliedert, ohne feste Wände zu errichten. Gängige Varianten sind offene Regale, Paravents, Lamellenwände, Vorhänge und halbhohe Sideboards. Raumteiler strukturieren offene Grundrisse, schaffen Privatsphäre im Homeoffice oder Schlafbereich und lassen Licht weiterhin durch den Raum fließen.
Récamiere
Eine Récamiere ist ein elegantes Liegesofa mit geschwungener Kopf- und teils Fußlehne, aber ohne durchgehende Rückenlehne, benannt nach der Pariser Salonnière Juliette Récamier. Ursprünglich ein Möbel des Empire-Stils, bezeichnet der Begriff heute auch das Liegeelement moderner Ecksofas. Als Einzelstück dient die Récamiere als dekorative Leseliege im Wohn- oder Schlafzimmer.

S

Salbeigrün
Salbeigrün ist ein gedeckter, leicht gräulicher Grünton, der an die Blätter der Salbeipflanze erinnert. Die Farbe wirkt beruhigend und natürlich und gilt als wohnlichere Alternative zu reinem Grau. Salbeigrün harmoniert mit Holz, Weiß, Beige und Messing und wird bevorzugt in Küchen, Schlafzimmern und Bädern eingesetzt, wo eine ruhige, naturnahe Atmosphäre gewünscht ist.
Samt
Samt ist ein Gewebe mit kurzem, dichtem Flor, dessen Oberfläche weich schimmert und je nach Lichteinfall changiert. In der Einrichtung wird Samt für Sofas, Sessel, Kissen und Vorhänge verwendet und verleiht Räumen eine luxuriöse, warme Note. Besonders in tiefen Tönen wie Smaragdgrün, Petrol oder Senfgelb ist Samt ein Schlüsselmaterial eleganter und maximalistischer Interieurs.
Shabby Chic
Shabby Chic ist ein romantischer Einrichtungsstil, der gebrauchte Möbel mit sichtbaren Alters- und Gebrauchsspuren bewusst in Szene setzt. Typisch sind weiß oder pastellfarben lackierte Holzmöbel mit abgeblätterter Farbe, Blumenmuster, Spitze, Kristallleuchter und Flohmarktfunde. Der Stil wurde in den 1980er-Jahren von Rachel Ashwell geprägt und verbindet Nostalgie mit femininer Leichtigkeit.
Sichtachse
Eine Sichtachse ist die gedachte Blicklinie durch einen Raum oder mehrere Räume, die auf einen gezielten Endpunkt wie ein Fenster, Kunstwerk oder Möbelstück zuläuft. In der Raumplanung werden Sichtachsen bewusst freigehalten und mit Blickfängen abgeschlossen, um Tiefe und Großzügigkeit zu erzeugen. Verstellte Sichtachsen lassen Wohnungen kleiner und unruhiger wirken.
Sideboard
Ein Sideboard ist ein halbhohes, längliches Schrankmöbel von etwa 60 bis 90 Zentimetern Höhe mit Türen und Schubladen, das Stauraum bietet und dessen Deckfläche als Ablage dient. Es stammt vom Anrichtemöbel des Esszimmers ab und steht heute auch in Wohnzimmer und Flur. Die Fläche darüber wird häufig mit Spiegeln, Bildern, Lampen und Vasen inszeniert.
Skandinavischer Stil
Der skandinavische Stil (Skandi) ist ein Einrichtungsstil aus Nordeuropa, der Helligkeit, Funktionalität und Gemütlichkeit vereint. Kennzeichnend sind weiße Wände, helles Holz wie Birke und Eiche, klare Formen, Wolltextilien und viel Tageslicht; Akzente setzen Pastelltöne und Schwarz. Der Stil ist vom Konzept Hygge geprägt und zählt seit Jahren zu den beliebtesten Wohnstilen im deutschsprachigen Raum.

T

Terrakotta
Terrakotta bezeichnet sowohl gebrannten, unglasierten Ton als auch den daraus abgeleiteten warmen, rötlich-braunen Orangeton. Als Material erscheint Terrakotta in Bodenfliesen, Übertöpfen und Vasen; als Wandfarbe bringt der Ton mediterrane Wärme in Wohnräume. Terrakotta harmoniert mit Creme, Salbeigrün, Rattan und dunklem Holz und ist ein Kernton mediterraner und erdiger Farbkonzepte.
Terrazzo
Terrazzo ist ein Verbundwerkstoff, bei dem Marmor-, Granit- oder Glassplitter in Zement oder Harz gebunden, geschliffen und poliert werden, wodurch das charakteristische gesprenkelte Muster entsteht. Ursprünglich ein venezianischer Bodenbelag, erscheint Terrazzo heute auch auf Fliesen, Arbeitsplatten, Tischplatten und Accessoires. Das Material ist extrem langlebig und erlebt seit den 2010er-Jahren ein Designcomeback.
Ton-in-Ton
Ton-in-Ton ist ein Farbkonzept, bei dem verschiedene Abstufungen und Nuancen derselben Farbfamilie miteinander kombiniert werden, etwa Sand, Beige und Camel. Anders als beim streng monochromen Ansatz dürfen die Töne leicht variieren, bleiben aber in einer harmonischen Farbverwandtschaft. Ton-in-Ton-Räume wirken ruhig und hochwertig; Spannung entsteht durch unterschiedliche Materialien und Oberflächen statt durch Farbkontraste.

V

Virtual Staging
Virtual Staging ist die digitale Möblierung von Immobilienfotos, bei der leere Räume per Software oder KI mit realistisch wirkenden Möbeln, Teppichen und Dekoration ausgestattet werden. Die Technik dient vor allem der Immobilienvermarktung, da eingerichtete Räume auf Portalen deutlich mehr Interesse erzeugen als leere. Virtual Staging ist erheblich günstiger als physisches Homestaging und in Stunden statt Tagen umsetzbar.
Vitrine
Eine Vitrine ist ein Schrank mit verglasten Türen oder Seitenwänden, der Geschirr, Gläser, Sammlerstücke oder Bücher sichtbar und zugleich staubgeschützt präsentiert. Oft ist sie innen beleuchtet, um die Exponate hervorzuheben. Vitrinen stehen klassisch im Ess- und Wohnzimmer; moderne Varianten mit filigranen Metallrahmen und Glasböden erleben derzeit ein Comeback als Wohnaccessoire.

W

Wabi-Sabi
Wabi-Sabi ist ein japanisches Ästhetikkonzept, das Schönheit in Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Einfachheit erkennt. In der Einrichtung äußert es sich durch handgefertigte Keramik mit sichtbaren Unregelmäßigkeiten, gealterte Holzoberflächen, Kalkputzwände, Naturtextilien und eine reduzierte, erdige Farbpalette. Statt Perfektion zählt Patina: Gebrauchsspuren gelten als Zeichen von Geschichte und Authentizität.
Wiener Geflecht
Wiener Geflecht ist ein achteckiges Flechtmuster aus Rattanschienen (Peddigrohr), das durch die Kaffeehausstühle der Firma Thonet weltberühmt wurde. Das luftige, halbtransparente Geflecht erscheint heute in Stuhllehnen, Betthäuptern, Schrankfronten und Lampen. Es verbindet Handwerkstradition mit Leichtigkeit und ist seit den 2020er-Jahren ein prägendes Detail von Japandi-, Skandi- und Mid-Century-Interieurs.
Wohnwand
Eine Wohnwand ist eine Möbelkombination aus aufeinander abgestimmten Elementen wie Lowboard, Hängeschränken, Regalen und Vitrinen, die gemeinsam eine Wand des Wohnzimmers gestalten. Sie bündelt Stauraum und Medientechnik in einem einheitlichen Erscheinungsbild. Moderne Wohnwände sind modular, wirken durch offene und geschlossene Elemente aufgelockert und ersetzen die massiven Schrankwände früherer Jahrzehnte.

Z

Zoning
Zoning ist eine Raumplanungstechnik, die einen offenen Grundriss ohne Wände in klar erkennbare Funktionsbereiche wie Wohnen, Essen, Arbeiten und Schlafen gliedert. Als Gestaltungsmittel dienen Teppiche, Raumteiler, Möbelstellung, unterschiedliche Wandfarben und gezielte Beleuchtung. Zoning schafft Struktur und Ruhe in Einzimmerwohnungen, Lofts und offenen Wohn-Ess-Bereichen, ohne die Großzügigkeit des Raums aufzugeben.

Von der Theorie zum eigenen Zuhause

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